Knapp vier Jahre ist es her, dass ChatGPT das Thema KI in das breite Bewusstsein gebracht hat. Seitdem haben wir sehr unterschiedliche Phasen erlebt. Auf große Euphorie folgten ebenso große Befürchtungen und die Schlagzeilen bewegten sich zeitweise zwischen Erlösung und Weltuntergang.
In diesem Jahr rückte dann in manchen Unternehmen ein neues Thema in den Mittelpunkt: AI First. Unternehmen sollten sich konsequent auf KI ausrichten, Prozesse neu denken und möglichst schnell ins Handeln kommen. Auch um dieses Thema wird es inzwischen wieder etwas ruhiger.
Jetzt wird es wirklich interessant
Und genau das finde ich gut, denn die ersten Erfahrungen sind gemacht. Unternehmen können heute wesentlich besser einschätzen, was funktioniert, was nicht funktioniert und an welchen Stellen aus einem interessanten Versuch tatsächlich ein dauerhafter Nutzen entstehen kann. Wir bewegen uns damit langsam in Richtung Produktivität.
Gleichzeitig setzt sich zunehmend eine Erkenntnis durch, die ich für entscheidend halte: KI ist kein IT-Projekt. Genau genommen ist KI weder nur IT noch ein Projekt.
KI verändert mehr als die Technik
Ein Projekt hat normalerweise einen Anfang und ein Ende. Die Veränderungen, die KI in Unternehmen auslöst, haben das nicht. Natürlich verändert KI die technische Infrastruktur, doch dabei bleibt es nicht. Sie verändert Prozesse, Aufgaben und Rollen, berührt Führung und Entscheidungsstrukturen und wirkt sich auf die Zusammenarbeit in Teams aus. Langfristig verändert KI damit auch die Unternehmenskultur.
Deshalb verstehe ich den Einsatz von KI als operative Systemtransformation. Und genau darin liegen aus meiner Sicht große Chancen für Unternehmen.
Die entscheidenden Fragen liegen im Unternehmen
Wenn wir KI nicht mehr hauptsächlich durch die technische Brille betrachten, stellen wir automatisch andere Fragen. Dann geht es nicht zuerst um das nächste Tool oder Modell, sondern um das Unternehmen selbst. Zum Beispiel:
- Wer kümmert sich um den organisatorischen Wandel und wer muss daran beteiligt sein?
- Welche Erfahrungen haben die Menschen im Unternehmen bereits mit KI gemacht und worauf können wir aufbauen?
- Wie beziehen wir die Führungsebenen ein und was bedeutet KI konkret für Führung, Verantwortung und Entscheidungen?
- Wo sprechen wir über klassische Automation und wo tatsächlich über KI?
- Sind Prozesse und Daten so aufgestellt, dass KI sinnvoll darauf aufsetzen kann?
- Wer übernimmt die Verantwortung für Compliance, Governance, Schnittstellen und die Befähigung der Mitarbeitenden?
Dazu gehört am Ende auch eine sehr kaufmännische Frage: Welchen konkreten Nutzen wollen wir erreichen und wie machen wir diesen Nutzen und ROI messbar?
Einfach war Veränderung noch nie
Wer bei all diesen Fragen denkt, dass das kompliziert klingt, liegt nicht ganz falsch. Einfach ist es nicht, aber große technologische Veränderungen in Unternehmen waren selten einfach. Wer, wie ich, die Einführung des Intranets erlebt hat oder sich noch an die Vorbereitungen auf den erwarteten Jahrtausend-GAU erinnert, weiß das.
Am Ende haben wir auch diese Veränderungen bewältigt. Nicht allein durch Technik, sondern weil Menschen gemeinsam Lösungen entwickelt, ausprobiert, verworfen und verbessert haben. Dabei haben Unternehmen viele wertvolle Erfahrungen gesammelt, auf die sie heute zurückgreifen können.
Wie wichtig diese Erfahrungen und die Menschen dahinter sind, zeigt für mich eine Aussage, die ich vor Kurzem von einer Mitarbeiterin gehört habe:
„Ich habe das Gefühl, meine bisher meistens wenig gesehene Arbeit der Datenpflege wurde noch nie so sehr wertgeschätzt wie heute. Das tut echt gut.“
Dieser Satz ist bei mir hängen geblieben, weil er etwas Wesentliches beschreibt. Durch KI wird plötzlich sichtbar, was vorher häufig selbstverständlich im Hintergrund lief. Gute Daten, saubere Prozesse und Menschen, die Zusammenhänge kennen und über Jahre Wissen aufgebaut haben, bekommen eine neue Bedeutung. Denn genau diese Grundlagen braucht KI, wenn sie im Unternehmensalltag zuverlässig funktionieren soll.
Jetzt geht es um den konkreten Nutzen
Vielleicht beginnt deshalb gerade die eigentlich interessante Phase. Es geht weniger um große Versprechen und mehr um die konkreten Fragen im eigenen Unternehmen:
- Was brauchen wir wirklich?
- Wo entsteht ein messbarer Nutzen?
- Was passt zu unseren Prozessen, unserer Organisation und unseren Menschen?
- Wie gehen wir die nächsten Schritte so, dass KI nicht nur ausprobiert wird, sondern dauerhaft im Alltag funktioniert?
Wenn Sie gerade vor diesen Fragen stehen, lassen Sie uns darüber sprechen. Gemeinsam schauen wir auf Ihre aktuelle Situation, auf das, was in Ihrem Unternehmen bereits vorhanden ist, und auf die nächsten sinnvollen Schritte. Nicht mit einer fertigen KI-Schablone, sondern mit einem klaren Blick darauf, was für Ihr Unternehmen konkret funktioniert und Nutzen schafft.
Ich freue mich auf das Gespräch.
