IT-Projekte sind selten nur technische Vorhaben. Das heutige Projektbeispiel zeigt, welche Faktoren manchmal leise, manchmal sehr deutlich auf den Erfolg einwirken können; z.B. bei der Migration eines Social-Intranet-Systems.

1. Die Kultur im Unternehmen

Bereits beim ersten Projekttag wird klar: Die Arbeits- und Miteinanderkultur ist kein „weicher Faktor“, sondern wirkt direkt auf den Projektverlauf.

  • Wie viel Grundvertrauen gibt es zwischen den Menschen und Bereichen?
  • Wie offen und konstruktiv wird zusammengearbeitet, auch über Abteilungsgrenzen hinweg?

Dieses „soziale Fundament“ bestimmt maßgeblich, wie reibungslos Abstimmungen laufen und wie schnell Entscheidungen getroffen werden.

2. Die Dynamik im Projektteam

Im konkreten Fall wechselten interne Projektleitungen und Teamzusammensetzungen mehrfach. Das ist nicht ungewöhnlich, aber es kostet Zeit und Energie. Besonders dann, wenn die Projektmitglieder im Tagesgeschäft stark eingebunden sind und das Social Intranet „nebenher“ läuft.
Auffällig: Einzelpersonen mit hohem persönlichen Einsatz oder eine interne Projektleitung mit klarem, strategischem und detailliertem Blick können trotz aller Widrigkeiten enorme Fortschritte bewirken.

3. Miteinander sprechen

Ein Social-Intranet-Projekt betrifft viele interne Dienstleistungsbereiche, die nicht direkt im Kundenkontakt stehen und dennoch wichtige Anforderungen einbringen.
Hier zeigt sich, wie entscheidend es ist, „Bremser“ oder „Bedenkenträger“ offen einzubinden und zu hören. Mal entstehen ihre Einwände aus berechtigten Gründen, mal aus schlechten Erfahrungen oder auch mal schlicht aus Prinzip.
Die Herausforderung: Diese Stimmen ernst nehmen, ohne das Projekttempo zu verlieren und im besten Fall aus Skeptikern Mitgestalter zu machen.

4. Die Vielfalt der Erwartungen

Unterschiedliche Unternehmensbereiche oder Dezernate mit verschiedenen Leitungen, Vorstellungen, Erfahrungen und Prioritäten wollen und müssen berücksichtigt werden.
Das Ziel: Einen gemeinsamen Nenner finden, ohne die wertvolle Individualität zu verlieren. Entscheidend ist, klar zu definieren: Wo ist Vielfalt erwünscht und wo sind einheitliche Standards nötig?

5. Technische Grundlagen sind kein Selbstläufer

Neben allen menschlichen Faktoren spielen die technischen Voraussetzungen eine zentrale Rolle. Müssen z.B. führende Quellsysteme erst qualitätsbereinigt werden, bevor eine Anbindung möglich ist? Oder wie lassen sich Daten aus mehreren Altsystemen konsolidieren, um sie in ein Zielsystem zu migrieren?
Diese Aufgaben sind oft zeitintensiver als erwartet und sollten nie unterschätzt werden.

6. Bewährtes trifft Neues

In diesem Projekt haben wir zwischen klassischen und agilen Methoden gewechselt. Das brachte nicht nur Flexibilität in den Ablauf, sondern ermöglichte den Beteiligten auch neue Erfahrungen. Gerade in Projekten mit vielen Beteiligten kann dieser Methodenmix helfen, Akzeptanz zu schaffen und die Zusammenarbeit zu stärken.

Fazit:
Eine Social-Intranet-Migration, wie auch jedes andere IT-Projekt, ist weit mehr als ein Technik-Upgrade. Es ist ein Zusammenspiel aus Unternehmenskultur, Teamdynamik, Einbindung aller relevanten Stakeholder, technischer Basisarbeit und der richtigen Projektmethodik. Wer diese Einflussfaktoren bewusst steuert, legt die Grundlage dafür, dass am Ende nicht nur ein System live geht, sondern es auch von den Menschen im Unternehmen angenommen wird.

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