Viele Unternehmen testen KI bereits individuell. Dabei lautet die wichtigste Frage:
Wie schaffen wir es, dass KI nicht nur einzelne Menschen unterstützt, sondern das gesamte Unternehmen weiterbringt?
Meine Erfahrung aus vielen Projekten ist, dass der Schlüssel nicht in der Technologie, sondern im Miteinander der Menschen liegt.
Darum empfehle ich Unternehmen ein einfaches, aber wirkungsvolles Format:
Regelmäßige, kurze, offene KI-Workshops
Nur 90 Minuten, dafür häufiger.
Hierarchieübergreifend, Fachbereichsoffen, mit freiwilliger Teilnahme.
Warum funktioniert dieses Format so gut?
Weil es Menschen verbindet, die sonst kaum miteinander sprechen. Und weil es einen Raum schafft, in dem:
- gemeinsam experimentiert wird
- Wissen aus verschiedenen Bereichen zusammenfließt
- Fehler zu Lerngewinnen werden und
- Ideen wachsen, die im Tagesgeschäft keinen Platz haben.
Oft passiert etwas Überraschendes:
Teams, die sich seit Jahren nicht näher kamen, finden plötzlich über KI als neutrales, neues Thema Gemeinsamkeiten.
- Silos schmelzen
- Kooperationen entstehen
- Organisationen beginnen zu lernen
Was solche Workshops im Unternehmen bewirken
1. Mitarbeiter*innen werden zu reflektierten KI-Anwendern
Schon ein 10-minütiger Input pro Workshop reicht aus, um Verständnis aufzubauen. Wer versteht, was KI kann und was nicht, handelt informierter und verantwortungsvoller.
2. Das Thema Datenqualität bekommt endlich Bedeutung
„Bad Data = Bad KI.“ Das gilt in jedem Unternehmen.
Und plötzlich wird deutlich:
- Excel-Listen außerhalb des CRMs
- unterschiedliche Adressbestände
- persönliche Outlook-Ordner mit wertvollen Informationen
- und mehr…
Diese Themen kommen jetzt ohne Vorwurf, ganz automatisch und mit praktischem Blick nach vorne auf den Tisch.
3. Schatten-KI wird weniger attraktiv
Wo Austausch stattfindet und Nutzen transparent wird, sinkt der Wunsch nach „heimlichen oder einfachen“ Einzellösungen.
4. Know-how geht nicht mehr verloren
Mit den Babyboomern gehen in den nächsten Jahren unzählige Jahrzehnte Berufserfahrung in Rente. KI kann helfen, Wissen zu sichern aber nur, wenn dieses Wissen sichtbar wird. Solche übergreifenden Workshops schaffen dafür den Raum.
5. Aus Ideen werden Projekte und aus Projekten entstehen Produkte
Im Austausch entstehen häufig völlig neue Ansätze:
- neue Produktideen
- effizientere Abläufe
- bessere interne Services
- neue Vertriebsargumente
Viele Unternehmen unterschätzen diesen kulturellen Hebel. Dabei ist er meist wertvoller als das erste Tool.
Wie man startet – ganz pragmatisch
- Terminserie festlegen (z.B. 1-2x monatlich, 90 Minuten, wiederholt)
- Einladungen offen und freiwillig aussprechen
- Kurzer Input + viel Austausch und Experimentieren
- Ergebnisse dokumentieren: „Was war hilfreich? Was können andere übernehmen?“
- Erste erfolgreiche Prototypen sichtbar machen
- Nützliche Anwendungen unternehmensweit skalieren.
So entsteht Schritt für Schritt eine lernende KI-Organisation. Lebendig, vernetzt und ständig besser werdend.
