Zwischen den Jahren – so nennen viele diese Zeit von der Wintersonnenwende (21. Dezember) bzw. Weihnachten bis zum Neustart des Alltags im Folgejahr (meist nach dem 06. Januar).

Schon in vorchristlichen Jahrhunderten haben Menschen diese Zeitspanne als „besonders“ wahrgenommen. So einiges war in deren Verlauf untersagt oder musste in einer bestimmten rituellen Form ausgeführt werden. Die Kelten gingen davon aus, diese Tage lägen „außerhalb der normalen“ Zeit und seien ein Geschenk der Götter für einen leichten Zugang in die „Anderswelt“.

Heute haben wir davon Teile übernommen (z.B. das Bleigießen) und weitere Rituale ergänzt. In der Mediathek habe ich gerade einen Bericht gehört, nach dem die Psychologie heute davon ausgeht, dass zum Jahresübergang sogar eine Art Placeboeffekt existiert. Ein Jahr, etwas Altes, geht deutlich sichtbar zu Ende und etwas Neues beginnt. Für viele Menschen scheint damit – fast automatisch – ein Gefühl zu entstehen von „Schluß damit“, verbunden mit der Hoffnung „auf etwas Besseres“. Dieses Gefühl wiederum führe dann auch tatsächlich zu Erleichterung und Erholung – zumindest in einem gewissen Umfang und zeitlichen Rahmen. Vielleicht ist das deswegen nicht ganz so einfach mit den Neujahrswünschen?

Wie auch immer Sie diese Tage verbringen wollen: Es lohnt, sich etwas Zeit zu nehmen, um zurück und vorwärts zu schauen. Fragen können dabei helfen…

Für was und wen bin ich dankbar im letzten Jahr? Was war besonders schön? Wer hat mich besonders unterstützt? Für wen war ich da? Was habe ich gelernt, was hat sich entwickelt? Wem möchte ich etwas Besonderes sagen? Was möchte ich zurücklassen? Was nehme ich mit? Welche Wünsche habe ich? Welche kleinen und konkreten Schritte kann ich sofort gehen? Gibt es sichtbare Rituale, die mir dabei helfen? Wer kann mich darin unterstützen? Und wie? Wen kann ich um Hilfe bitten? Und für was übernehme ich persönliche Verantwortung?

Mit meinen persönlichen Ritualen und der Entscheidung für eine bewusste Reduzierung bewege ich mich durch diese Tage der Dankbarkeit und Wertschöpfung.

In welcher Form gehen Sie  „durch die Jahre“?