Wenn ich mich im Netz bewege oder mit Menschen in Unternehmen spreche, habe ich manchmal das Gefühl zwei getrennte Business-Welten anzutreffen. Da ist zum einen die „Old Economy“ mit Ihren langjährigen Erfahrungen und Modellen und zum anderen eine „junge, agile Lean-Welt“ mit Ihren eigenen Wertvorstellungen. Beides in der Praxis zu verbinden, ist manchmal Schwerarbeit. Wie das auch leicht gelingen kann, durfte ich vor Kurzem bei einem Besuch der Sipgate in Düsseldorf erleben.

Der Telekommunikationsanbieter, 2004 gegründet, hat sich bereits früh und konsequent agil organisiert. Im Rahmen einer Führung durch das Unternehmen mit Tim Mois, Gründer und Geschäftsführer, wird das immer wieder deutlich. Auf dem Weg durch das Unternehmen passieren wir ein altes Board mit Stempelkarten, wie ich es aus meiner Zeit als Werkstudent zur Zeiterfassung kenne. Gerade denke ich „das hängt sicher als Designobjekt hier“, stoppt Tim und formuliert „Das benutzen wir“. Im 1ten Moment bin ich, und sichtlich auch andere aus der Gruppe, völlig überrascht und denke „Hm, das ist so gar nicht agil!?“ Da folgt bereits die Erklärung: „Wir haben in unserem Unternehmen u.a. die Haltung 40-1. Das bedeutet, keiner arbeitet mehr als diese Stundenzahl. Jedes Team ist dabei für sich und seine Ziele mit verantwortlich. Und damit wir sehen, wie das klappt, machen wir eine Zeiterfassung.“

Wow! Ich bin beeindruckt! So macht das Sinn! Es kommt eben darauf an, aus welchem Grunde und mit welcher Haltung etwas geschieht. Nicht alles aus der Old Economy ist veraltet und ebenso ist nicht alles agile automatisch neu. Von Falsch oder richtig ganz zu schweigen. Klick um zu Tweeten Wichtig ist, warum (aus welcher Haltung heraus) und wie (auf welchem Weg) wir in den Unternehmen mit den Menschen konkret etwas umsetzen – und welche Wirkung wir damit erzielen (wollen).