Dieser Beitrag adressiert das Thema Grenzen von Arbeit und Privat. Es geht mir ausdrücklich nicht um die Trennung dieser Lebensbereiche. Das kann, soll und will aus meiner Sicht nicht getrennt werden. Beides sind vielmehr wichtige und im schönsten Fall auch erfüllende Bereiche unseres Lebens. Ich schreibe für ein klares Bewusstsein für die notwendigen Grenzen der beiden Lebensbereiche.

Grenzen trennen und verbinden

Solche Grenzen sind wichtig. Sie können, abhängig von ihrer Ausgestaltung, verschiedene Bereiche trennen oder auch verbinden! Einen interessanten Grenzartikel habe ich auch im Blog bei Teichgräber gefunden.

Ein Beispiel aus der Arbeitspraxis: Frau Anonym beginnt eine neue Arbeitsstelle im Management eines internationalen Konzerns. Im Rahmen des Arbeitsvertrages erhält Sie u.a. auch ein Standardbudget zur Ausstattung Ihres neuen Lebensumfeldes. Im Rahmen von Wechseln zwischen verschiedenen Länderorganisationen ist dieses Verfahren in den Unternehmen durchaus üblich, ein solches Budget war auch Bestandteil meiner eigenen Auslandszeiten. So weit so gut – nichts Ungewöhnliches. Monate später erzählt Sie mir von ihren zunehmenden Schlafproblemen. Im Gesprächsverlauf beschreibt Sie, dass Schlafzimmer und Bett ebenfalls komplett vom Arbeitgeber bezahlt wurden. Und dann im Austausch wird für Sie deutlich: Das fühlt sich nicht gut an, ist zu nah, zu viel. Die Bereiche Arbeit und Privat überschneiden sich sehr stark, vielleicht zu stark?

Wir diskutieren mögliche Verfahren und im Anschluss an unser Gespräch klärt Sie, gemeinsam mit der Personalabteilung, die Möglichkeiten. Als Resultat „kauft“ Sie Ihr Schlafzimmer zurück. Einfach, praktisch und schnell umzusetzen.

Die Wirkung ist umgehend spürbar: Ruhe und Erholung ziehen wieder vermehrt ein. Der so „nahe“ private Bereich wird vom Business deutlich separiert und beide Lebensbereiche gehen gestärkt daraus hervor. Eine klare Grenze und das Bewusstsein für Ursache und Wirkung hat geholfen. Ermöglicht hat dies der vertrauensvolle Austausch im „Teilen“ der Situation.

Wo beginnt Ihre eigene Belastungsgrenze und wie gehen Sie damit um?