Wir leben – wieder einmal – in einer schnellen Zeit. Viele von uns merken dies in Ihrem täglichen Leben auch ganz persönlich. Und gleichzeitig begegnet uns das Wort „Entschleunigung“ auf Schritt und Tritt. Für mich geht es bei der Suche nach der Mitte dazwischen auch um (m)eine Entscheidung: Wie ich Zeit einsetze? – meine und die von anderen Menschen!

Ein Beispiel: Der CheckIn zum Beginn eines Treffens ist in meiner Arbeit oft ein elementarer Bestandteil. Entsprechend angeleitet, ist das ein effektives Medium um schnell und leicht eine Verbindung zwischen Menschen zu bauen; z.B.auf dem Weg einer Gruppe zu einem Team.

Beim 1ten Mal klären wir gemeinsam unsere Prinzipien: z.B. erhält jeder Teilnehmer 2 Minuten Redezeit. Kommentare oder Diskussionen sind nicht vorgesehen. Wir adressieren unsere Mitte. Solche Vereinbarungen schaffen Verbindung auf Augenhöhe zwischen den Teilnehmern. Und es wird deutlich, worum es geht: Das Teilen von Fragen und Angelegenheiten, die nicht offiziell auf der Tagesordnung stehen und gleichzeitig doch individuell präsent sind. Einmal ausgesprochen, verlieren diese Themen ihre „unbewusste Priorität“ und es bleibt Kraft und Energie für die Arbeitsagenda.

Die Zielfrage kann lauten: „Wo liegt jetzt gerade Ihre Aufmerksamkeit? Welches Thema, egal was, beschäftigt Sie gerade?“ Nach der Fragestellung ist es wichtig, zu schweigen und abzuwarten! Warten bis jemand aus der Runde beginnt. Das kann ein wenig dauern, aber diese Zeit ist wichtig, damit die Emotionen und Gedanken „nach vorne“ in´s Bewusstsein kommen und Worte finden. Manchmal nehme ich an dieser Runde auch selbst teil und öffne damit den Raum. Und falls eine Diskussion zur Lösungssuche beginnt, ist es meine Verantwortung in der Moderation, zu stoppen. Es geht in dieser Runde nicht um Lösungen oder Loswerden! Unsere Absicht ist es, zu Teilen und damit Loszulassen.

In einem besonderen Fall durfte ich gerade erleben, wie sinnvoll und zielführend dieser Ablauf ist.  Für ein Treffen zur strategischen Unternehmensausrichtung hatten wir einen 4-stündigen Supervisionstermin vereinbart. Eingeplant für den CheckIn hatte ich ca. 15 Minuten. Und dann kam Punkt nach Punkt, alle wichtig und meist aus dem privaten Umfeld. Immer wieder durfte ich meinen eigenen inneren Antrieb „endlich mit den Arbeitsthemen zu beginnen“ stoppen. Erst nach fast einer Stunde war alles gesagt und wir konnten mit der „eigentlichen Arbeit“ beginnen.

Dann geschah das, was meine Hoffnung – und Erfahrung – ist. Jeden einzelnen der Tagespunkte konnten wir in einer konzentrierten und fokussierten Art und Weise bearbeiten. Die Zeit war hocheffektiv und nach 2 weiteren Stunden hatten wir alles abgeschlossen. Eine kurze Runde für die Klarheit und zur Ausrichtung (CheckOut) und wir haben das Treffen beendet. Deutlich früher als geplant!Einige Minuten - bewusst gesetzt zur rechten Zeit - sparen Stunden. Klick um zu Tweeten

Ein anderes Beispiel zur Durchführung finden sie auch in einem früheren Artikel (im letzten Absatz).