Haben Sie am Ende einer Besprechung oder eines Meetings manchmal das Gefühl, es haben zwar alle zustimmend genickt – und dennoch fehlt etwas? Kennen Sie das aus Ihrem Business? Ich kann mich noch genau an solche Treffen erinnern …

Gründe für ein solches „abnicken“ – und damit fehlende Einvernehmlichkeit – gibt es viele. Den übermächtigen Chef, Gruppendruck, der Wunsch nach Zugehörigkeit oder manchmal auch der gezielte strategische Vorteil im „Nebel der Unklarheit“. Dabei ist es unerheblich, aus welchen Gründen Sie abnicken. Immer bezahlen Sie und alle anderen Beteiligten einen Preis: als Menschen, Organisation und Unternehmen. Die „Währung“ ist unterschiedlich. Meist ist es wertvolle (Lebens-)Zeit die wir hergeben, manchmal der Verlust von Arbeitsqualität und Beziehung oder ein andermal sinkende Arbeitsmoral.

Was ist für einen stärkenden Konsens besonders wichtig? Bisher habe ich 5 Punkte gefunden:

  1. Kreativität kommt vor dem Konsens! Wenn es in einem Treffen um neue und schöpferische Themen geht, würde ich Konsens nicht zum ersten und obersten Ziel erklären. Kreativität braucht einen stress- und angstfreien Raum, in dem ohne Bewertung gesammelt und diskutiert werden darf. Konsens kommt erst danach.
  2. Konsens (wenn möglich) und Kompromiss! Beide Arbeitsergebnisse haben Ihren Sinn. Schwierig beim Kompromiss ist, was und wieviel die einzelnen Mitglieder von Ihrem Standpunkt hergeben müssen. Schnell kann daraus ein Kampf mit Gewinnern und Verlierern werden. Beim Konsens geht es darum einen, vielleicht sogar ganz neuen, gemeinsamen Standpunkt für alle zu finden und sich darauf zu verständigen. Das mag etwas dauern, zahlt sich aber am Ende immer aus. Eben weil das Team sich jetzt tatsächlich einig ist und gleiche Botschaften in´s Unternehmen sendet.
  3. Teambuilding! Ohne eine möglichst hochwertige Verbindung mit entsprechend qualitativer Arbeitsfähigkeit ist echter Konsens fast unmöglich. Hierzu brauchen Sie gemeinsame Werte wie z.B.: Offenheit, gegenseitiges Vertrauen, Respekt, Bereitschaft zum Lernen, gelebte Vereinbarungen und ein klares Verständnis von Aufgabe und Ziel des Teams. Wie dies entsteht, ist ein anderes Thema.
  4. Wiederholung! Auch wenn am Ende eines Treffen das einhellige Gefühl da ist: „Jawoll, wir haben alle ein gleiches Verständnis“, dürfen Sie das gerne, z.B. im Rahmen einer Retrospektive, ab und an hinterfragen und prüfen. Ein Tip: Die Durchführung muss nicht zwangsläufig beim Teamlead liegen, probieren Sie doch mal rollierend aus, wem aus Ihrem Team diese Arbeitsform besonders leicht fällt.
  5. Verantwortung in der Moderation! Die Suche nach dem Konsens braucht einen Moderator, dessen erklärtes Ziel Verbindung und Einvernehmlichkeit ist. Klick um zu Tweeten Das kann, je nach Thema und Team, jemand aus der Gruppe sein oder auch ein externer Profi. Es geht darum, solange aus einer Haltung von echtem Interesse heraus nachzuhaken, bis Widerstände, Interpretationen und Vorstellungen ausgesprochen und gehört sind. Erst dann kann eine neue einvernehmliche Sicht und Sprache entstehen. Fragen, Fragen, Fragen – ohne zu sehr „zu bohren“. Der Wechsel von Freiraum in der Diskussion und gerichteten Fragen macht die goldene Mitte.

Nach einer Teamentwicklung hat ein Teilnehmer in der Feedbackrunde mal formuliert: „Vielen Dank, dass du uns immer wieder auf so besondere Weise getriezt hast“. Da ist sie – diese Mitte.

Welche Erfahrungen haben Sie im Team gemacht? Was hat geholfen auf dem Weg zum Konsens?